Im ersten Teil meines Erfahrungsberichtes über das LG Optimus Speed habe ich das Gerät erst mal von allen Seiten beleuchtet.
In den vergangenen zwei Wochen, in denen ich viel unterwegs war, musste das Gerät allerdings zeigen, ob es auch im Alltag allen mobilen Ansprüchen gerecht wird.
Telefonieren mit dem LG Optimus Speed
Etwas schwach stellt sich die Empfangsqualität dar. An der einen oder anderen Stelle, an der es mit anderen Geräten keine Probleme gab, hatte das LG schlichtweg keinen Empfang. Ansonsten ist die Verständlichkeit des Gesprächspartners zwar in Ordnung, der Ton ist allerdings insgesamt eher blechern. Dies trifft noch vielmehr auf die Gespräche via Lautsprecher zu. Wenn der Beifahrer den Lautsprecher für ein Gespräch auf der Autobahn einschaltet oder man einfach nur der Stimme des Navigationssystems folgen möchte, kann man nicht von ausreichender Qualität ausgehen. Das kommt einem eher wie Flüsterpost vor.
Sobald man einen Kopfhörer oder ein Headset verwendet, hat sich das Problem aber erledigt. Der Sound ist zwar nicht weltbewegend, reicht für den Alltagseinsatz aber voll aus.
Kamera & Multimedia
Beinahe unzählige Einstellungsmöglichkeiten bietet die Kamera. Genauer gesagt die beiden Kameras. Abgesehen von der 8 Megapixel Kamera auf der Rückseite, bietet das LG noch eine weitere Kamera z.B. für Videotelefonate. Passend dazu liefert LG auch gleich die Vorinstallierte App „Spiegeln“, die genau das tut, was der Name vermuten lässt. Warum auch nicht
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Die Menüführung bei der Kamera ist, wie von Android gewohnt, recht anwenderfreundlich gestaltet. Die Qualität der 8 Megapixel Bilder kann sich durchaus sehen lassen, wobei die Schärfe der Bilder noch etwas besser sein könnte. Erfreulicherweise wiederholt LG nicht die Fehler anderer Hersteller: Ein Blitzlicht ist direkt mit an Bord und sorgt auch im Dunkeln für einigermaßen vernünftige Bilder. Profiansprüche werden hier natürlich nicht bedient. Für die schnellen Schnappschüsse sind beide Kameras aber ausreichend.
Navigation
Egal ob Autobahn, flaches Land oder mitten durch die Großstadt. Egal ob zu Fuß oder mit dem Auto. Der GPS Empfänger in Zusammenarbeit mit Google Maps / Navigation, hat mich fast immer zuverlässig zum Ziel geführt. Einzige Ausnahme: Wenn die Datenverbindung streikt, wird es mit der Navigation schwierig. Ausfälle des GPS Empfängers waren überhaupt nicht zu beklagen. Ganz im Gegensatz zu manchem Konkurrenten und / oder Geräten unter Android 2.1 (oder niedriger), hat das GPS vorbildlich und ohne Ausfälle funktioniert.
Da macht Reisen in fremde Städte erst so richtig Spaß!
Einziger Wermutstropfen auch hier: Der Ton aus dem Lautsprecher des Gerätes. Wenn möglich, sollte man das LG zu diesem Zweck an den Lautsprecher des Autos anschließen. Dann ist die Qualität hervorragend.
Vorbildlich ist auch der „Automodus“ den LG quasi als App anbietet. Die Anwendung lässt sich über das Hauptmenü starten und stellt alle wichtigen Funktionen des Geräts mit extra großen Buttons und Beschriftungen dar. Auf diese Weise ist auch während der Fahrt eine sichere Bedienung des Geräts möglich. Eine entsprechende Halterung vorausgesetzt. Schaltet man den Automodus ein, bleibt das Display dauerhaft beleuchtet.
Neben der Navigation stehen noch die Funktionen Telefon, Karte, Sprachsuche, Kontakte sowie Musik zu Verfügung. Außerdem kann die Displayhelligkeit über einen Button gesteuert werden. Wählt man einen der Buttons aus, landet man allerdings in der jeweils gewohnten Umgebung dieser Anwendungen. Will heißen: Der Automodus dient lediglich dem Öffnen der Anwendungen. Diese wird dann jedoch nicht verändert angezeigt, sondern sind genauso (klein) wie immer.
Bei längeren Fahrten ist es durchaus sinnvoll, das Gerät mit einem KFZ Ladekabel (nicht im Zubehör enthalten) zu nutzen.
Ständig eingeschaltetes Display + Datenverbindung + GPS bedeuten natürlich einen gewaltigen Stromverbrauch!
Sonstiges
Drei Mal hat sich mein Gerät leider inzwischen unbemerkt von selbst abgeschaltet. Einfach so. Bei vollem Akku. Das ist wirklich ärgerlich, da man mitunter eine ganze Weile nicht erreichbar ist. Der Grund ist später jeweils schwer nachvollziehbar. Eigentlich muss es sich jeweils um Abstürze gehandelt haben, da das Gerät sich eigentlich nur durch eine Bestätigung auf den Touchscreen, nicht aber mechanisch per (langem) Knopfdruck, abschalten lässt. Das bleibt am Ende aber Spekulation.
Fazit
Mehrere Wochen zusammen mit dem LG Optimus haben mich von der Alltagstauglichkeit überzeugt: In beruflichen wie privaten Belangen, hat mich das LG fast nie im Stich gelassen.
Ein paar Kleinigkeiten könnten noch verbessert werden. Vieles wäre möglicherweise schon allein mit einem Update auf Android 2.3 zu beheben, welches wohl nicht vor Herbst 2011 zu erwarten ist. An die übrigen Dinge kann / muss man sich vielleicht gewöhnen. Dazu gehört in diesem Fall leider auch, die regelmäßige Kontrolle, ob das Gerät noch läuft. Einen derartigen Gewöhnungsprozess durchläuft man wohl aber bei fast allen Geräten. Das perfekte Smartphone existiert eben (noch) nicht.
Über den Autor: Dominik Bernauer ist als Berater, Blogger, Autor und Referent tätig. Neben seiner Leidenschaft „Mobile Internet“ beschäftigt Dominik Bernauer sich intensiv mit Themen rund um Social Media und Enterprise 2.0. Im Dezember 2010 erschien in Zusammenarbeit mit dem Queb e.V. sein neues Buch „Social Media im Personalmarketing“.
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